São Luís (Brasilien)

São Luís (Brasilien)

Auf einem Flugblatt stellte sich Ende der 70iger Jahre der Chor der Öffentlichkeitarbeit vor. Dort hieß es unter anderem: „Campesinos werden sie in Brasilien genannt: jene Landarbeiter, die gerade so viel verdienen, um überleben zu können.“

Mit ihrem Namen beweisen die „Pro Campesinos“ noch heute ihren besonderen Bezug zu Brasilien, der durch den Dingdener Franziskanerpater Josef Schlütter entstanden ist. Seit Gründung des Chores unterstützen die Mitglieder die Arbeit von Pater Josef, von von 1966 bis zu seinem Tod 2003 im Nordosten Brasiliens als Missionar tätig war.

 

Das Land konnte sich vieler Berichte nach zufolge wirtschaftlich zwar gut weiterentwickeln, doch gleicht der nordöstliche Teil noch immer einem Armenhaus. Von 1969 bis 1980 arbeitete Pater Josef in einer Pfarre ca. 350 Kilometer südlich von Sao Luis, zu der Rund 80 Dörfer gehören. Seine seelsorgerische Arbeit war dort nur unter primitiven Bedingungen möglich. Zu den einzelnen Dörfern konnte man meist nur per Maulesel oder zu Fuß gelangen, selten war es möglich, mit dem Jeep die Strecke zurückzulegen. Die Orte bestanden oft nur aus einigen Lehmhütten. Strom, sauberes Wasser oder gar eine Kanalisation suchte man dort vergebens, Infektionskrankheiten wie Durchfall forderten gerade unter den Schwächsten, den Kindern, hohe Opfer und Krankhäuser konnten und wollten den zahlungsunfähigen Patienten oft keine Hilfe leisten.

Durch die Schaffung von Basisgemeinden konnten viele Menschen wieder Wurzeln schlafen und Hoffnung schöpfen. Ausbildungsmöglichkeiten als Gesundheitshelfer, als Lehrer, als Leiter von Jugendgruppen etc. fördern das Selbstwertgefühl. Schulen und Kindergärten vermitteln eine überlebenswichtige Grundausbildung. Es wurde einfache Möglichkeiten geschaffen, um beispielsweise die hohe Kindersterblichkeit zu senken: eine Lösung aus abgekochtem, sauberen Wasser, Salz und Zucker. Pater Josef führte auch die Bewegung der „Treffen der Ehepaare mit Christus“ ein, die das Centro beneficente ins Leben riefen. Dies ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche eine tägliche Mahlzeit bekommen, Schularbeitshilfe geleistet, gegen Kinderarbeit vorgegangen und rechtlicher Beistand für Familien in Notsituationen geleistet wird. Auch ältere Menschen, die auf der Straße Leben, finden dort Gelegenheit, sich zu treffen und auszutauschen. 

Ein weiteres Projekt des Franziskanervaters war die Anlegung von Brunnen in Pripipiri, nach einer extremen Dürrekatastrophe. Zudem lag ihm die Initiative „Novo animo“ sehr am Herzen, sodass durch seinen Einsatz auch hier Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden kann. Das Projekt unterstützt vor allem junge Mütter und Landarbeiterfrauen, um ihnen mehr Selbstständigkeit zu gewähren.

 

Die Spenden der Pro Campesinos haben in all den Jahren einen großen Teil zum Erfolg der Projekte, die hier nur grob skizziert werden können, beigetragen. Die Arbeit von Pater Josef Schlütter wird von seinen Mitbrüdern fortgeführt und den durch den Kontakt mit Pater Augustinus Diekmann, dem Leiter der Missionarsarbeit in Dortmund, bleiben die Pro Campesinos auf dem Laufenden. In Zukunft werden bestimmte Projekte, die wie das Centro beneficente ihre Effizienz und Nachhaltigkeit bewiesoen haben, weiterhin finanziell unterstützt.

© 2017 Pro Campesinos