Pro Campesinos 1977 e.V.

Wir singen,
um zu helfen

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Father Edward ist an den Folgen einer COVID-19-Infektion verstorben und wurde am 25.01.2021 beerdigt.

Father Edward war ein sehr aufgeschlossener, lustiger Mensch. Durch seine manchmal etwas unbeholfene Art, wenn er ein deutsches Wort nicht kannte, wirkte er auf uns immer sehr menschlich. Sein Traum war eine Schule. So begann er unter einem Baum einen Kindergarten für die Dorfkinder in Ssama zu errichten und diesen immer weiter auszubauen. Die gemeinsam mit den Pro Campesinos gemachten Ziele „Ein Campus für Ssama“ können sie auf unserer Internetseite nachlesen.

Im Anfang saßen die Kinder mit Edward unter einem Baum und haben gespielt und Musik gemacht, mit Instrumenten gespendet von den Pro Campesinos. Schnell baute er ein Haus für die Kinder. Weitere Mitarbeiter benötigten ein Büro, Frauen kochten Bananen und bereiteten Essen für die Kinder in einer provisorischen Küche. Es gab immer was zu tun und sonst wurde wieder irgendwo angebaut. Die letzten Informationen waren über die Fertigstellung der Schlafräume der Internatsschüler und die neue größere Kirche.

Edward besuchte uns fast jedes Jahr im Sommer, wenn er die Urlaubsvertretung in Dingden hatte.  Wenn wir Bauernhöfe, Betriebe und Freunde mit dem Auto besuchten, sagte er an heißen Tagen: Das ist wie in Uganda. Nur die Straßen sind hier viel besser.

In einem Gottesdienst für die Mitglieder der Pro Campesinos, spielte er ausgelassen Gitarre und sang afrikanische Glaubenslieder. Er brachte uns auch mal ein afrikanisches Lied bei und je chaotischer es wurde, umso mehr Spaß hatte er. In diesen Situationen sprudelte das afrikanische Temperament aus ihm heraus.
Privat war er im ersten Moment ruhig, nachdenklich, hörte gut zu und versuchte seine Gesprächspartner einzuordnen. Wenn aber das Eis einmal gebrochen war, konnte er auch schon mal den ganzen Abend mit Erzählungen füllen.

In den letzten Nachrichten von Edward zu Weihnachten und Neujahr sprach er noch von neuen Projekten für 2021 und dass er sich freut mit uns weiter zu arbeiten. Das möchten wir auch und hoffen, dass seine Nachfolge geregelt ist.

Die Pro Campesinos verlieren einen guten Freund und gottesfürchtigen Visionär. Es macht mich sehr traurig, da wir in den letzten Jahren eng miteinander gearbeitet haben und mein Besuch in Uganda immer noch aussteht. Er schickte mir viele WhatsApp Fotos und Berichte über Aktivitäten. Ich kann es noch nicht verstehen, dass Edward sich mit dem Virus infizieren musste und dadurch aus seinem Lebenswerk herausgerissen wurde.

In dieser Zeit denken wir auch an die Verwandten, Kinder und Erwachsenen im Projekt und wünschen viel Mut für die Zukunft und dass all seine Wünsche nun weiter auf den Weg gebracht werden.


Viele Grüße

Bernhard Borgers
Spendenkonten:

Volksbank Rhein-Lippe eG
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Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe
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BIC: WELADED1WES

Nicht nur ein ganz normaler Chor

Die Pro Campesinos aus Dingden, sind ein Musikverein mit aktiven und passiven Mitgliedern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, notleidenden Menschen in aller Welt zu helfen. Die Hauptaufgabe liegt in der Grundversorgung des Gesundheitswesens, der Ernährung und der schulischen Ausbildung vornehmlich der Kinder in Entwicklungsländern. Momentan werden Menschen in Brasilien, Uganda, Malawi und auf den Philippinen versorgt.

Drei Chöre – drei Fundamente

Die drei Chöre der Pro Campesinos, der Kinderchor, genannt PCkids, der große PC Chor und ein Vokalensemble mit dem Namen heartCHOR, singen für die Aufgaben des Dingdener Vereins.

Die PCkids erfahren durch das aktive Singen in kleinen Gruppen, Freude an der Musik. Durch Gesangsunterricht werden sie weiter an die Materie herangeführt und können schnell die Messlieder erlernen, um Kinder- und Jugendgottesdienste zu gestalten.

Der heartCHOR singt ohne Instrumente. Die Sängerinnen und Sänger kreieren teilweise mit ihren Stimmen die Instrumente und gehen neue Wege in der Musik der Pro Campesinos. Sie treten bei kleineren Events auf und gestalten Gottesdienste für Hochzeiten.

Der Gesamtchor der Pro Campesinos erledigt die Hauptaufgabe des Vereins. Mit einer Band mit maximal sechs Musikern und dem vierstimmigen Chor, ist er bei Gottesdiensten, Konzerten und vielen Veranstultungen ein gern gesehener Programmpunkt.

Die Chorfreizeit wird gemeinsam verbracht und so ist der Verein eine große Familie, die sich untereinander respektiert und hilft. Für den Katholikentag wurde ein Workshop mit Pater Becker organisiert und es konnte eine ganze Messe eingeprobt werden. 120 Sängerinnen und Sänger aus vielen Chören der Umgebung reihten sich in die Reihen der Pro Campesinos ein und sangen gemeinsam mit Pater Becker „Suche Frieden“.

Berufung und Ehrenamt

Da beide Dirigenten, der Vorstand und alle Mitglieder ehrenamtlich arbeiten, gehen alle Spenden in die Projektarbeit. Die Vereinsbeiträge der aktiven und passiven Mitglieder werden für die Vereinstätigkeiten benötigt. So können Instrumente, Noten und sonstiger Vereinsbedarf bereit gestellt werden. Das Singen fördert die Gemeinschaft im Verein, aber auch darüber hinaus in den Gemeinden und in anderen Vereinen. Dieses ist einer der drei Fundamente, auf denen der Chor steht. Die zweite Säule sind die Projekte in der ganzen Welt. Die dritte Säule beschreibt die Musik und damit auch die Verkündigung des Evangeliums.

Projekte in der ganzen Welt

Brasilien ist ein Land der Gegensätze. Der indigenen Bevölkerung und den vielen Kulturgemeinschaften wurde und wird noch immer das Land genommen. Sie werden unterdrückt, vertrieben, oder sterben durch Gewalt und Krankheiten. Die meisten der Vertriebenen leben in den armen Vorstädten und haben keine Lobby. Die Franziskaner, die in Brasilien vor Ort helfen, werden von den Pro Campesinos unterstützt. Lesen und Schreiben kann nicht nur hier existenzfördernd sein. Daher liegt ein Schwerpunkt der Projektarbeit in Bildung. Gleichermaßen ist es in Malawi, wo die „Schwestern von der göttlichen Vorsehung“ arbeiten und vom Dingdener Verein begünstigt werden.

Auf den Philippinen arbeiten die Pro Campesinos gemeinsam mit dem befreundeten Chor „Minstrels Rhythm of Hope“ zusammen, um den armen, unterprivilgierten Kindern Zugang zu den geeigneten Ressourcen für ihre Rehabilitation und die Verbesserung der schulischen Entwicklung zu verschaffen. Der philippinische Verein fördert die Kinder neben der Schularbeitshilfe besonders in musikalischen

und künstlerischen Fächern.
In Uganda unterstützen die Pro Campesinos den ortsansässigen Father Edward. Er ist der Gründer eines Kindergarten und konnte diesen über die Jahre weiter ausbauen. So entstanden zusätzlich eine Grundschule (Primary-School) mit den Schulklassen 1 bis 7, ein Internat mit zwei Gebäude für Schlafräume der Mädchen und der Jungen. Neben den Schul- und Schlafräumen wurde eine kleine Kirche, die Küche, ein Lehrerhaus mit Büro und einige Nebengebäude für Toiletten, Zisternen und ein Maschinenraum erbaut. Das selbst ernannte Ziel der Pro Campesinos ist es, einen sicheren und funktionierenden Campus in Ssama fertigstellen zu können.

In den vergangenen 42 Jahren konnten die Pro Campesinos auch Projekte in Ägypten, Äthiopien, Argentinien, Chile, Kolumbien, Peru und Indien unterstützen. Weiter konnte Erdbeben-, Tsunami- und Kriegsopfer in Ländern wie Bali, Thailand, Papua Neuguinea, Japan, Ukraine, Weißrussland, Kasachstan, Afganistan, Kroatien und Kosovo geholfen werden.

Die Pro Campesinos bedanken sich bei ihren Freunden und bei den vielen Spenderinnen und Spendern, ohne denen der Verein nur ein ganz normaler Chor wäre.