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06/2020 - "Das Coronavirus wirft uns um 10 Jahre zurück"
Brasilien kämpft derzeit nicht nur gegen das Corona-Virus, sondern auch mit dem Präsidenten Bolsonaro, der nach wie vor versucht, die gesundheitlichen Gefahren herunter zu spielen und damit das Leben der Bevölkerung aufs Spiel setzt.
 
So beginnt der jüngste Bericht der Franziskaner-Mission aus Dortmund, die fast täglich mit den Brüdern in Brasilien kommuniziert.
 
Die Gesundheitssekretäre der nordöstlichen Bundesstaaten, darunter auch Maranhão und Piauí, haben mittlerweile ein gemeinsames Manifest veröffentlicht. Darin heißt es: "Wir sind entsetzt über die letzte Rede von Präsident Jair Bolsonaro, in der er all unsere bisherigen Bemühungen rückgängig macht und alle Empfehlungen zur Bekämpfung der Coronavirus- Pandemie ablehnt. Wir wissen, dass wir uns einer ernsthaften wirtschaftlichen Rezession gegenübersehen werden, aber wir müssen uns jetzt dringend und vorrangig mit der schweren Gesundheitskrise befassen [...]“.
Sehr beunruhigende Nachrichten erreichen uns vom franziskanischen Sozialwerk SEFRAS in São Paulo. Von den 46 offiziell bestätigten Corona-Todesfällen innerhalb Brasiliens sind alleine 40 in São Paulo zu beklagen. Die Einrichtung "cha do padre", in der obdachlose Menschen eine Mahlzeit und Zuspruch erhalten, wurde ganz bewusst nicht geschlossen, denn „Der Aufruf der Gesundheitsämter an die Menschen, zu ihrem eigenen Schutz zu Hause zu bleiben, nutzt den vielen Obdachlosen nichts, denn sie haben kein Zuhause."
 
Die genannten Zahlen stammen aus März. Das Virus hat sich zwar spät in Brasilien verbreitet, doch momentan hat Brasilien schon mehr Todesopfer als Deutschland zu verzeichnen und der Zenit ist dort noch nicht erreicht. In den letzten Telefonaten mit Bruder Augustinus bittet er auch um ein Gebet für den an Krebs erkrankten Bruder in Brasilien und schildert den Alltag einer Familie. „Die Menschen im Projekt leben auf kleinstem Raum, teilen sich mit mehreren Familien Sanitäranlagen und Waschgelegenheiten. Trinkwasser wird ebenfalls an diesem Ort abgefüllt. Von hygienischen Zuständen kann hier nicht gesprochen werden. Ebenfalls kann die Einhaltung von Kontaktverboten nicht eingehalten werden. Das Corona-Virus wirft uns um 10 Jahre zurück.“
 
Die Franziskaner Mission Dortmund arbeitet derzeit einen finanziellen Nothilfeplan für die besonders betroffene Region São Paulo aus. Über das franziskanische Sozialwerk SEFRAS sollen Hilfsgelder an die Stellen geleitet werden, die sich um Menschen kümmern, die sich selbst angesichts der Virus-Pandemie nicht helfen können.
 
Helfen Sie jetzt dort, wo die Not am Größten ist. In dieser Krisensituation sind es wieder die Kinder, die am Meisten leiden. Schon vor der Corona-Krise waren Kinder aus den Elendsvierteln auf Ihre Hilfe angewiesen.
Kinderarbeit für das tägliche Brot sind keine Seltenheit, dabei ist die schulische Ausbildung das beste Mittel gegen Armut. – Sowohl medizinische Versorgung als auch die Möglichkeit am Videounterricht teilzunehmen fehlen, da entweder der Computer, Internet oder der benötigte Strom wenig vorhanden sind.
 
Durch Ihre Hilfe erhielten die Kinder eine warme Mahlzeit und die Möglichkeit eines Schulbesuches. Dieses ist nun alles nicht mehr ohne den Nothilfeplan der Franziskaner möglich. Die Pro Campesinos möchten die erfolgreiche Arbeit in den Projekten weiterführen, um den Kindern eine Zukunft zu geben. Da aber auch wir als Verein von den Auswirkungen durch die Pandemie betroffen sind und keine Möglichkeiten haben, in dieser Zeit Spenden zu generieren, starten wir diesen Spendenaufruf und bitten um Ihre Spende.
 
Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung, wünschen Gottes Segen und bleiben Sie gesund.


Ihre Pro Campesinos

Bernhard Borgers
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